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Eva Klingler: Beinahe Toskana oder Baden auch für Nichtschwimmer

Artikel-Nr.: 07-010

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Eva Klingler versteht es, als gebürtige Hessin verdammt gut BADEN in diesem Buch näher zu bringen. Für stolze Badener aber auch für "Neugeschmeckte" und Leute, die mehr über Baden wissen wollen ein unverzichtbarer "Reiseführer". Beinahe Toskana oder Baden auch für Nichtschwimmer! Badische Umzugsfirmen könnten eines Tages auf der Liste der bedrohten Arten landen. Wer zieht schon weg aus einem Land, in dem er sich wohl fühlt? Badischer Nationalstolz scheint flächendeckend: Vom Süden mit dem weiten Bodenseeblick, bis in die Mannheimer Neckarstadt, wo die Einheimischen zwar vom Seeblick nur träumen, dafür an warmen Abenden mit ihren Multikult Nachbarn im Hinterhof grillen. Ein Kasten Eichbaum und Musik von den Söhnen Mannheims inklusive. Der Außenstehenden schwer erklärbare Stolz, Badener zu sein, ist in jeglicher Altersgruppe zu beobachten: Bei dem hageren alten Bauern in seinem Schwarzwaldhaus bei Schiltach und beim Teenie, der in Au am Rhein vor seinem Computer sitzt und auf badisch mit der Welt chattet. Bei dem Kerl mit KSC-Fan-Shirt und Drachentattoo an unsichtbarer Stelle und bei der Hausfrau in Gernsbach im Murgtal, die auf historischem Kopfsteinpflaster zum Einkaufen in ihr Fachwerkstädtle geht. Sogar bei dem Freiburger Germanistikprofessor, der eigentlich jede freie Minute im Elsass verbringt und dennoch stolz auf seinen grünen Oberbürgermeister ist. Und erst recht bei dem Lebenskünstler, der früher am See ein Boot hatte, dann unterging, ohne Boot wieder auftauchte und jetzt Gärtner auf der Mainau ist, wo er jeden einzelnen seiner üppigen Oleander mit Namen kennt. Vielleicht inzwischen auch bei dem Lehrer im nordöstlichen Buchen, der gegen das Vorurteil kämpft, ein Hinterwäldler und kein richtige Badener zu sein. Badener leben das, was im Reiseführer eigentlich nur für Touristen steht: Alltägliche Leichtigkeit, die in ihrem milden Klima blüht und eine gewisse Toleranz, blumensatte Dörfer, die nationale Schönheitspreise gewinnen, wohlhabende geordnete Städte und mediterran anmutende Landschaften. Sie genießen ihre badischen Restaurants, über denen die Sterne auch bei Tag leuchten und trinken Badischen Wein, der inzwischen auch in Edelkneipen in Hamburg oder Düsseldorf serviert wird. Sie ernten Schwetzinger Spargel, der in Vakuumpaketen in Amerika landet. Die Nähe zu Frankreich erfüllt den Badener mit einer Nuance südlicher Lebensart, die Nachbarschaft der Schweiz hingegen mit einem Hauch soliden Luxus. Die liebevoll gepflegte und gemeinsam kultivierte Abneigung gegen die Schwaben eint die Fans im Fußballstadion, das Badenerlied ist ihre Hymne. Weitere große oder lobende Worte über ihren Landstrich scheinen ihnen überflüssig. Wozu über Selbstverständliches reden, auch wenn es schön ist? Anders verhält es sich, wenn der Badener irgendwo in seinem netten Land das Pech hat, auf das Ehepaar Dr. Friedrich und Irma Morwitz zu treffen. Die Morwitz’ sind ein bestens situiertes Rentnerehepaar aus Berlin, das vor einem Jahr aus der hektisch gewordenen Hauptstadt geflüchtet ist, um Natur und idyllisches Kleinklein zu erleben und wie zwei Kometen in Baden-Baden eingeschlagen sind. Sie bewohnen dort eine elegante Seniorenwohnanlage, telefonieren jeden Tag mit Tochter Ilka, die an der Freien Universität Berlin (FU) eine Dozentenstelle hat und von der sie hoffen, dass sich das Verhältnis mit deren noch verheirateten Chef, aus Diskretion stets nur Professor genannt, zu einer Ehe entwickeln wird. Ansonsten ist das Ehepaar Morwitz scheinkultiviert und wild entschlossen, beim großen Baden-Spiel mitzuspielen, dabei aber möglichst was Besseres, nämlich Berliner, zu bleiben. Das macht den regionalen Small-Talk mit ihnen ein bisschen schwierig.Im Folgenden also ein paar nützliche Anregungen und Tipps für die mehr oder weniger gepflegte Konversation, sollten Sie solchen Leuten wie den Morwitz’ oder – der Himmel sei Ihnen gnädig – den Beiden selbst irgendwo im Badischen begegnen..........

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